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Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung kommt ab dem Schuljahr 2026 / 2027 und will umgesetzt werden. Unerlässlich ist hierbei, aus der Sicht der Kinder auf das Thema Ganztag zu schauen.
- Was brauchen die Kinder im Ganztag heute?
- Wie müssen wir künftig Ganztagsschulen gestalten?
Gemeinsam mit den Erkenntnissen aus unserem Projekt "Selbstverständlich Miteinander IV - Gute Ganztagsbildung aus Sicht der Kinder" (10/2022 - 09/2024) wurde im Workshop an diesem Thema gearbeitet:
Das Bundesjungendkuratorium, die Sachverständigenkommission des Elften Kinder- und Jugendberichts und die Arbeitsgemeinschaft für Jugendhilfe (AGJ) haben den Ausbau der Ganztagsschulen vor mehr als zwanzig Jahren als "Bildungsoffensive" interpretiert. Sie konstatierten in ihren Thesen zur bildungspolitischen Debatte, dass Ganztagsangebote "ein probates Mittel" darstellen können, um "der Bildungsmisere wirksam zu begegnen" (AGJ, 2002). Dazu bedürfe es allerdings "innovative[r] Konzepte, die auf einem integrativen Bildungsbegriff basieren" (AGJ, 2002). Zu beachten sei daher, dass ein "längeres Verweilen in der Schule oder [die] bloße Betreuung in außerschulischen Lernorten allein [...] noch keine höhere Qualität von Bildung" bewirken (AGJ, 2002).
Im Jahr 2020 wies die AGJ in einem Zwischenruf erneut auf die Relevanz von Qualitätsfragen bei der Weiterentwicklung der Ganztagsangebote hin. Die Verfasser:innen plädierten für eine stärkere Berücksichtigung der "Bedarfe und Bedürfnisse der jungen Menschen", die als "Ausgangspunkte aller Überlegungen im Kontexgt Ganztagsbildung" verstanden werden sollten (AGJ, 2020). Mit dem Hinweis, dass der von der Bundesregierung beschlossene Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung" sowohl unter dem Blickwinkel der Ermöglichung von Teilhabe für die Kinder wie auch der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Eltern Zuspruch erhält" (AGJ, 2020), hat die AGJ zwei zentrale Zielsetzungen erneut aufgegriffen, die ursprünglich als bildungs- und sozialpolitische Reaktion auf die Ergebnisse der PISA-2000-Studie formuliert wurden und verknüpft sind mit dem Auf- und Ausbau der Ganztagsschulen (Schüpbach et al., 2020).
Als Ansatz zur Erhöhung der Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen wird innerhalb der Sozialen Arbeit die Kooperation und Vernetzung von Organisationen diskutiert (Baum, 2020; Gleich, 2020). Im Projekt "Selbstverständlich Miteinander IV" wurde diese Ansatz aufgegriffen, indem
- an der sozialräumlichen Lernortvernetzung gearbeitet wurde und indem
- kindorientierte multiprofessionelle Unterstützungsnetzwerke im Sozialraum gefördert wurden. Darüber hinaus sollte
- der regionale Austausch angeregt werden, um neue Impule zu setzen und den Wissenstransfer zwischen Bildungseinrichtungen zu ermöglichen.
Im Projektzeitraum konnte kein Netzwerk auf kommunaler Ebene identifiziert werden, in dem die Ressourcen und Kompetenzen der Fachkräfte aus dem Schulsystem, aus der Kinder- und Jugendhilfe und aus anderen Bereichen (z.B. Kunst, Kultur, Sport) gebündelt werden für die systematische Entwicklung einer qualitativ hochwertigen Ganztagsbildung.
Im Workshop wurde vor diesem Hintergrund erörtert, welche Akteur:innen sich zu diesem Thema engagieren und welche Ressourcen und Kompetenzen diese Akteur:innen einbringen können. Systematisiert wurde der Workshop anhand von Qualitätskriterien und -merkmalen, die Huschik et al. (2023) aus den Qualitätskonzepten der Bundesländer herausgearbeitet haben.